2010... Das Jahr, dass mein Leben verändert hat.


Es fing alles damit an, dass ich am 19.03.2010 mit ein paar Freunden auf einem Sportplatz Fussball gespielt habe.

Ich wurde dann von einem meiner Freunden unabsichtlich gefoult und knallte dann mit dem Kopf auf den Boden. Ich hatte nach dem Sturz so ein ungewöhnliches zerren am Hals. 10 Minuten später war es noch nicht besser, also entschied ich mich nach Hause zu gehen.

 


Zwei Tage später hatte ich immernoch sehr starke Schmerzen.
Ich wurde dann von meinen Eltern in 1 von den 2 städtischen Krankenhäusern, dem St. Josef Krankenhaus in Schweinfurt eingeliefert.

Dort wurden bei mir alle möglichen Untersuchungen gemacht sowie CT und MRT (Kernspintomografie).

Auf einmal fiel den Ärzten ein schwarzer Fleck in der grösse eines Tennisballs an meiner Halswirbelsäule auf.

Sie haben sofort erkannt das es ein Tumor ist.

Da die Ärzte aber nichts machen konnten, wurde ich zunächst auf die Intensivstation vom Leopoldina Krankenhaus, dem zweiten städtischen Krankenhaus verlegt.  Die Mediziner dort waren ebenso machtlos. Demzufolge riefen Sie in ganz Deutschland an, wer meinen Fall annehmen würde.
Die Crona-Klinik in Tübingen nahm meinen Fall letztendlich an.

 

 

Am 30. März 2010 wurde ich mit einem Krankenwagen von Schweinfurt nach Tübingen verlegt. (Tübingen ist ca. 30 km von Stuttgart entfernt). In Tübingen haben die zuständigen Ärzte mich nochmal gründlichst Untersucht, CT und MRT wurde ebenfalls nochmal gemacht. Der Professor wurde auf einmal laut und sauer. Mein Vater und ich erzählten ihm, dass ich mit 11-12 Jahren schonmal im Leopoldina Krankenhaus war und damals noch die Diagnose ''Kehlkopfentzündung'' sei, daraufhin meinte der Mediziner, dass der tumor auch hätte verhindert werden können, wenn damals die Ärzte in Schweinfurt mich genauer Untersucht hätten.


Ein Tag später durfte ich zurück nach Schweinfurt und am 16 April stand meine erste Operation bevor. Bevor die OP statt fand, musste noch eine Angiografie gemacht werden.  Was Angiografie genau bedeutet wird euch hier erklärt. --> Angiografie - Wikipedia

 

Die erste Operation dauerte etwa 8 Stunden.

Während dem Heilverfahren wurde mein erster Halswirbel entfernt und durch eine kleine Titanplatte, jeweils einen Stab an den Seiten und Schrauben wieder stabilisiert.

Eine Woche war ich in Tübingen und durfte danach wieder heimkehren.

Für den 30 Juni stand mein zweiter Eingriff bevor, aber die wurde dann auf den 1 September verschoben.
Am 31.08.10 fuhr ich schließlich nochmals nach Tübingen, zur zweiten Operation.

Während dem zweiten Verfahren schnitten Sie mir den Rachenraum auf, und operierten durch den Mund bzw. Hals.

Die 2te OP war nötig weil bei der ersten nur 20% des Tumors entfernt werden konnte.
Der Eingriff musste abgebrochen werden, da ich zu hohen Blutverlust hatte.

Die Aktion dauerte 12 Stunden.


Ich bin froh das ich davon nichts mitgekriegt habe.

Die Op war überstanden als das nächste Problem schon im Anflug war.

 

Menengitis.
Oder wie manche vielleicht eher kennen, Hirnhauthentzündung.

Ich hatte nach meine beiden medizinischen Eingriffen eine Hirn
draignage (sprich: Hirndrenasch) im Rücken stecken.
( Was eine Draignage ist, seht ihr hier --> Draignage - Wikipedia ) 
Und weil die Draignage die Ärzte zulange drinnen gelassen haben, hat sich das Hirnwasser entzündet und dadurch kam dann auch die Hirnhautentzündung.
Ich war schon 2 Wochen in Tübingen seit ich meinen Eingriff überstanden hab.

Tübingen war schon ein hartes Plaster, vorallem weil :


- ...kein warmes Wasser ging
-
...ich jeden Tag von einem anderen Arzt behandelt wurde.
- ...die mich noch länger behalten wollten, wegen meiner Meningitis.
     so etwas kann man aber auch in Schweinfurt behandeln lassen.


Ich bin dann schließlich mit einem Krankentransport nach Schweinfurt ins St. Josef Krankenhaus transportiert worden.
Auch wenn es  gegen den Willen der Tübinger Ärzte musste.


 Zurück in Schweinfurt fühlte ich mich wieder wohl.
Nach einer Woche war dann auch die Hirnhautentzündung besiegt.

Ich sollte nachdem ich aus dem Krankenhaus rausgekommen bin in die Berufschule und dort ein BVJ (Berufs-Vorbereitungs-Jahr) absolvieren. aber damit ist es erstmal vorbei...

Als die Sache mit Tübingen absolviert war, Mir wurde nahegelegt, eine Bestrahlung in Heidelberg durchzuführen. -
Es war keine normale Bestrahlung , sondern eine Ionen-Protonen Bestrahlung.  Was das für eine Bestrahlungsart ist könnt ihr auf der Homepage von dem Tumorzentrum anschauen. (Link)

Im Dezember 2010 fuhr ich das erste mal zur Stadt am Neckar um mich vorzustellen und ein Gespräch mit dem Arzt zu führen.

Am 09.03.2011 wurde dann die Maske gemacht... natürlich auch in der Baden-Württembergischen Großstadt.

Ca. zwei Wochen später fing dann das Bestrahlen an.

Ich bin sechs Wochen nur wegen 40 min Bestrahlung nach Heidelberg gefahren..  und das 6 Tage die Woche.
Aber was sein muss, muss sein.

Inzwischen bin ich fertig mit der Bestrahlung und ich bin froh, alles hinter mir zu haben, obwohl mir die fahrten nach Heidelberg und zurück, Spass bereitet haben.  :-)

Der Behandlungsraum
Der Behandlungsraum

Hellblauer Kreis :  bewegbare Trage : Trage wird von den Ärzten positioniert damit die Röntgenaufnahmen und die Bestrahlung beginnen kann.

Lila Kreis : Überwachungsdesktop : Hier wird die momentane Strahlung gemessen.

Roter Kreis : Röntgengerät: hier werden die Röntgenaufnahmen gemacht bevor die Bestrahlung anfängt. (wird benötigt damit kein gutes Gewebe zerstört wird.. sondern nur der tumor )

Grüner Kreis : Ionen-Protonen Strahlenkanone: Hier kommen die wichtigen Strahlen heraus

Pinkfarbene Markierungen: Kameras :  Ca. 7-10 Kameras sind in dem Raum installiert zur überwachung.

Satelitenansicht Vom HIT (Heidelberger-Ionen-Therapiezentrum)